Spendenratgeber

Für wen oder was soll ich spenden? Mit dieser Frage tun sich viele Menschen schwer. Zu breit erscheint die Palette der Möglichkeiten, zu vielgestaltig das Leiden auf der Welt. Wir geben Ihnen hier einige Tipps, wie Sie dennoch eine gute Wahl treffen können.

Gut informiert zur persönlichen Entscheidung

Was auch immer Sie machen – es liegt an Ihnen selbst und Sie müssen sich damit wohl fühlen. Ein schlechtes Gewissen oder eigene Ratlosigkeit sind eher schlechte Ratgeber. Wählen Sie am besten zunächst einen Spendenzweck, der Sie persönlich berührt und recherchieren Sie dann, welche Organisation auf diesem Gebiet besonders sinnvolle Arbeit macht.

Spendenzwecke gibt es unendlich viele: Kampf gegen Armut und weltweite Ungleichheit, Alten- und Behindertenhilfe, Umweltschutz, Kulturförderung… Sie können entscheiden, dass Ihr Engagement speziell benachteiligten Frauen, Kindern, Kranken oder einer anderen Zielgruppe zugute kommen soll. Womit fühlen Sie sich am wohlsten?

Um eine konkrete Spendenorganisation zu finden, können Sie zum Beispiel Freunde und Bekannte befragen, in der Suchmaschine oder beim DZI recherchieren. Haben Sie dann eine Hilfsorganisation näher ins Auge gefasst, sollten Sie sich kurz Zeit nehmen, die verfügbaren Informationen zu sichten – also den Internetauftritt, die Broschüre oder den Geschäftsbericht. Bleiben Fragen offen, sollten Sie die Organisation/ den Verein direkt anrufen oder anschreiben. Eine seriöse Spendenorganisation wird in der Regel offen antworten. Stoßen Sie stattdessen auf eine Mauer des Schweigens, ist durchaus Skepsis angebracht.

Wer braucht mein Geld?

Viele Menschen sind besonders spendenbereit, wenn sich irgendwo auf der Welt eine Katastrophe (wie ein Erdbeben) ereignet. Selbstverständlich ist der akute Hilfsbedarf in solchen Fällen hoch und eine Spende wirklich angebracht. Davon abgesehen ist aber auch die tägliche Hilfe für arme, kranke und benachteiligte Menschen überall auf der Welt wichtig. Hier leisten viele kleine und große Organisationen ständig gute Arbeit und sind auf eine kontinuierliche Unterstützung angewiesen. Dazu noch ein paar Tipps:

  • Spendensiegel – wie das vom DZI vergebene – vermitteln Ihnen eine große Sicherheit, dass die siegelführende Organisation seriös arbeitet. Das bedeutet umgekehrt aber keinesfalls, dass kleine Vereine, die sich das kostenpflichtige Siegel sparen, automatisch unseriös seien.
  • Große Hilfsorganisationen sind im Regelfall besonders schlagkräftig, wenn es darum geht, internationale Hilfseinsätze schnell und effizient zu koordinieren. Kleine Organisationen nutzen dagegen persönliche Kontakte zu den Menschen vor Ort, um kleinteilig und projektgebunden zu helfen.
  • Werbe- und Verwaltungskosten sind vielen Spendern ein Dorn im Auge. Allerdings sind Werbung und Verwaltung in vielen Fällen unumgänglich und nur dann ein negatives Kriterium, wenn sie sehr hoch liegen (im Extremfall über 30 Prozent).

Wer ist seriös?

Eine hundertprozentige Sicherheit, dass ein Spendeneuro direkt vor Ort ankommt und sinnvoll eingesetzt wird, kann es nicht geben. Es gibt aber tatsächlich Warnsignale, die Sie als Spender aufhorchen lassen sollten: Will eine Organisation Sie (womöglich an der Haustür) zu einer Fördermitgliedschaft drängen, werden wichtige Auskünfte verweigert, wirbt ein Verein mit extrem emotionalen Bildern oder ist eine Organisationsstruktur völlig undurchsichtig, sollten Sie Ihr Portmonee geschlossen halten. Auch ein schlechtes Bauchgefühl ist völlig ausreichend, um sich zu verweigern – denn schließlich ist es Ihr Geld.

Viele weitere Informationen, die Ihnen die Entscheidung erleichtern sollen, finden Sie auf dem Spendenratgeber www.fairhelfen.de.